Umdenken! Das schulden wir uns selbst.

Wie soll ein Artikel begonnen werden, der im Grunde genommen die gesamte Welt an den Pranger stellt, eine Welt, voll fehlender Anteilnahme, eine Welt, die kaum noch Werte kennt, geprägt von nicht enden wollendem Egozentrismus, voller Wohlstandskrankheiten und Hungersnöten, Kapitalflüssen und ausgetrockneten Seen, Modeerscheinungen und fehlenden Lebensgrundlagen, Abtreibungstrend und Kindersterblichkeit, Scheindemokratien und Ideoligiewahn, Gottesliebe und Religionskriege?
Wir schaffen immer neue Probleme, und verdrängen die alten in unser tiefstes Inneres, ohne sich wirklich damit auseinanderzusetzen. Wir verlernen damit nach und nach das Menschsein und verlieren dabei auch immer mehr und mehr den Bezug zur Natur, jeder denkt für sich selbst, Empathie wird zunehmend zu einer Seltenheit, herzliches Mitempfinden kennen nur noch wenige und die Geistesgegenwart eines jeden versinkt im Sumpf der Konsumgesellschaft. Viele Menschen wissen das Leben nicht zu schätzen, die Schätze die uns zur Verfügung gestellt werden, werden als selbstverständlich erachtet, während neben uns unsere Mitmenschen ihr Leben lassen, für unser fehlendes Mitgefühl, unsere Herzlosigkeit und unsere Gier nach Geld, Macht und Sicherheiten, aber es ist noch nicht zu spät, das Blatt zu wenden, umzudenken und zu verändern. Ein schönes arabisches Sprichwort gibt uns eine vereinfachte Anleitung dafür:

„Willst Du Dein Land verändern,
verändere Deine Stadt.
Willst Du Deine Stadt verändern,
verändere Deine Straße.
Willst Du Deine Straße verändern,
verändere Dein Haus.
Willst Du Dein Haus verändern,
verändere Dich selbst.“

Um zu verändern müssen erst einmal die Probleme erkannt und dann gelöst werden; um Probleme zu lösen muss der Ursprung bekannt sein; um den Ursprung zu finden müssen wir in uns selbst und in unserer Geschichte danach suchen.
Beginnen wir mit ein paar wenigen Fakten um uns darauf einzustimmen, dass jeder Mensch das gleiche Recht hat zu leben, unter den gleichen Bedingungen, und versuchen wir zu verstehen, wie das Problem der Differenzierung von Menschen als Rassen überhaupt entstanden ist, das es nicht unseres derzeitigen Wissensstandes entspricht so zu denken, und rufen wir in unser Bewusstsein, dass es unsere Aufgabe als Mensch ist, dafür zu sorgen, dass in naher Zukunft wieder ein Gleichgewicht besteht.
Wie wir alle Wissen ist unsere Erde in verschiedene Staaten geteilt, mit verschiedenen Rechtssystemen, durch Grenzen geteilt, die im Laufe von Jahrhunderten unserer Geschichte entstanden sind. Somit wurden Nationen begründet; infolgedessen auch Nationalitäten und daraus entstand folglich auch eine Bezeichnung dieser Staatszugehörigkeit. An der Spitze eines jeden Staates sitzt ein Oberhaupt, oder ein Gruppe von Menschen etc., je nach Staatsform, d.h. eine große Gruppe von Individuen wird von einer kleinen Gruppe, oder einem Einzelnen geführt, oft machtpolitisch motiviert, vielleicht manchmal auch aus Überzeugung, ohne das diese wirklich die Gedanken, Wünsche, Vorstellungen oder Bedürfnisse des Einzelnen, der sich nicht aussuchen durfte in welches Land er geboren wird, zu kennen und zugleich wird seine Nationalität begründet, was zur Folge hat, dass er durch imaginäre Zäune in einen Lebensraum gezwungen wird, den er sich ebenso nicht aussuchen durfte.

D. h. der Staat klassifiziert, wenn auch nicht gewollt, jedes Individuum; ohne Betrachtung des jeweiligen Individuums, sondern nach der rein formellen Zugehörigkeit; vgl. Klischees. Der Staat wiederum ist das Recht, das ihn begrenzt und ordnet, und das Rechtssystem ist da, um die Sicherheit jedes Einzelnen zu gewährleisten (Die Freiheit des einen endet dort, wo die Freiheit des anderen beginnt“). Das Problem ist, dass durch dieses „Staatendenken“ diese Formel scheinbar in den Köpfen der Menschen nur auf den eigenen Staat, oder die darin befindliche Gesellschaft – wobei nicht einmal das zur Gänze funktioniert-, übertragen wird, nicht aber auf die gesamte Menschheit; sonst wäre uns bewusst, dass wir bereits unrechtes getan haben; jeder von uns ist Verbrecher, sollte im Gefängnis sitzen, weil er die Freiheit vieler Menschen begrenzt, z.B. durch die Unterstützung von Ausbeutung weniger entwickelter – was auch aufgrund unserer Einflussnahme, oder der Einflussnahme unserer Vorfahren heute so ist – Länder . Um meine Aussage zu legitimieren habe ich hier zwei Ausschnitte:

„La liberté consiste à pouvoir faire tout ce qui ne nuit pas à autrui : ainsi l’exercice des droits naturels de chaque homme n’a de bornes que celles qui assurent aux autres Membres de la Société, la jouissance de ces mêmes droits. Ces bornes ne peuvent être déterminées que par la Loi.“

„Die Freiheit besteht darin, alles tun zu können, was einem anderen nicht schadet. So hat die Ausübung der natürlichen Rechte eines jeden Menschen nur die Grenzen, die den anderen Gliedern der Gesellschaft den Genuß der gleichen Rechte sichern. Diese Grenzen können allein durch Gesetz festgelegt werden.“

Artikel 4 – des droits de l’homme et du citoyen -Erklärung der Menschen- und Bürgerrechte vom 26. August 1789, Frankreich, Artikel 4 (siehe Grund- und Menschenrechte)

 „Das Rechthandeln mir zur Maxime zu machen, ist eine Forderung, die die Ethik an mich tut. Also ist das allgemeine Rechtsgesetz: handle äußerlich so, daß der freie Gebrauch deiner Willkür mit der Freiheit von jedermann nach einem allgemeinen Gesetze zusammen bestehen könne, zwar ein Gesetz, welches mir eine Verbindlichkeit auferlegt, aber ganz und gar nicht erwartet, noch weniger fordert, daß ich, ganz um dieser Verbindlichkeit willen, meine Freiheit auf jene Bedingungen selbst einschränken solle, sondern die Vernunft sagt nur, daß sie in ihrer Idee darauf eingeschränkt sei und von andern auch tätlich eingeschränkt werden dürfe; und dieses sagt sie als ein Postulat, welches gar keines Beweises weiter fähig ist.“

Immanuel Kant, Die Metaphysik der Sitten, 1979

-Errungenschaften der Aufklärung, doch scheinbar hat die Aufklärung keine angemessene Weiterführung erlebt. Zwar waren diese Sätze urspünglich auch nicht auf die gesamte Menschheit bezogen, aber mittlerweile sollten wir so weit sein, jedem dieses Recht zu gewähren und diese Sätze durch zeitgemäße Interpretation auf die gesamte Weltbevölkerung zu übertragen – Kant würde man heute sogar als Rassist bezeichnen, aber er war für seine Zeit ein sehr fortschrittlicher Denker.
Wir sind also im besten Fall nicht der Beihilfe anzuklagen, jedoch mindestens der unterlassenen Hilfeleistung oder bildlich ausgedrückt, der Fahrerflucht auf der Autobahn unseres kollektiven Daseins.
Doch inwiefern ist der Staat als Grenzen bildendes Konstrukt aus Recht und der darin lebenden Gesellschaft heute noch eine Notwendigkeit? Warum wird nicht versucht ein alle Staaten umfassendes Netzwerk zu schaffen, dass alle Menschen unter einem Rechtssystem verbindet?
Natürlich müssten hier wieder einige Voraussetzung gegeben sein, die nicht durch den reinen Rechtsetzungsakt erfolgen könnten. Am Beispiel EU, als in sozialer und menschlicher Hinsicht gescheitertes Projekt, kann man deutlich erkennen wie fest der Nationalgedanke in den Menschen sitzt, denn die Hilfs- und Opferbereitschaft für das Wohl seine Nachbarn oder Mitmenschen begrenzt sich auf ein paar hohle Phrasen, die ohne wahrliches Mitgefühl gesprochen werden. Warum? Weil er nicht meinem Staat angehört. Warum soll ich für den seine Fehler bezahlen? Gegenfrage am Beispiel Österreich oder Deutschland: Warum haben die Siegermächte seinerzeit für unsere Fehler bezahlen müssen? Das sind beides sinnlose Fragen, denn nicht das Individuum ist alleine Schuld, sondern das Kollektiv in dem er interagiert.(Griechenland missachtet die EU- Auflagen = Österreich und Deutschland haben das Unabhängigkeitsgebot bzw. das Anschlussverbot missachtet: Unabhängigkeitsgebot für Österreich – Staatsvertrag von Saint-Germain-en-Laye, Inkrafttreten am  16. Juli 1920; für das Deutsche Reich im Friedensvertrag von Versailles, Inkrafttreten am 10. Januar 1920) Das Wort Solidarität scheint in den Köpfen der Europäer als negativ verankert zu sein. Und abgesehen davon ist eine Definition seiner selbst durch den Staat mehr oder weniger ein Armutszeugnis für Persönlichkeit und Charakter. Auf Philolex, eine Seite die ich Ihnen gerne weiterempfehle, wird sehr einfach der Staat beschrieben:

„Ein Staat ist politisch/rechtlich betrachtet eine Organisation, die auf einem bestimmten Gebiet die (nach innen höchste und nach außen unabhängige) Macht darstellt, die eine bestimmte Rechtsordnung für das menschliche Zusammenleben durchsetzt. (Diese Definition ist aber nicht unumstritten! Viele Anhänger bestimmter philosophischer und/oder politischer Theorien werden sie als oberflächlich kritisieren.)

Die verschiedenen Staaten unterscheiden sich u. a. durch die Art und Legitimierung der Macht, speziell der politischen Macht. z. B. Monarchie oder Republik, Diktatur oder Demokratie. Jede dieser Staatsformen hat wiederum Unterarten z. B. absolute Monarchie und konstitutionelle Monarchie….“

Peter Möller, weiterzulesen auf http://www.philolex.de/staat.htm; ebenso Quelle

Dabei gilt zu bedenken, dass der Mensch von Natur aus sozial ist, ein Gefüge braucht in und mit dem er agieren bzw. interagieren kann. Jedoch ist dies zu differenzieren vom Gebilde des Staates, denn nicht der Staat begründet die Zugehörigkeit zum Menschen -im Sinne von Wertigkeit- an sich, das wird wohl eher durch das Menschsein selbst begründet. Mir geht es hier nicht darum die Zweckmäßigkeit eines Staates, seiner Ordnung oder der darin lebenden Gesellschaft zu hinterfragen, sondern darum, dass die qualitative Meinung über einen Menschen nicht durch seine Nationalität begründet werden sollte, bzw gar nicht begründet werden kann. Um dieses Thema einmal abzuschließen, gebe ich Ihnen noch ein weiteres Zitat mit auf den Weg, um das ganze abzurunden und um Missverständnisse auszuräumen:

„…Der Staat bzw. seine Vorstufen entstanden bereits zu einer Zeit, als unsere Vorfahren noch Tiere waren, genauer: Herdentiere. In einer Tierherde gibt es bereits Herrschaft und Regeln, sprich Gesetze. Lange bevor unsere Vorfahren Begriffe dafür hatten, sich dessen bewusst waren, anfingen darüber nachzudenken, gab es bereits Staat, bzw. Vorformen. Die Menschen waren nie ohne Staat, weil sie als soziale Wesen entstanden sind. Was die Menschen später entwickelten, waren Ausdehnungen und Verkomplizierungen von etwas, das seit ihrer Entstehung schon immer da war. Wobei es allerdings auch hier quantitative Veränderungen gab, die in qualitative Veränderungen umschlugen…“

Peter Möller, weiterzulesen auf http://www.philolex.de/staat.htm; ebenso Quelle

Desweiteren empfehle ich, falls mehr als gewöhnlich Interesse an diesem Thema besteht, das Buch: Klaus Eder; Die Entstehung staatlich organisierter Gesellschaften; Frankfurt am Main: Suhrkamp, 1976.

Um weitere Grundlagen zu legen für die folgende Behandlung einer äußerst tiefgreifenden Problematik, verweise ich nochmals auf die Geschichte unserer Welt, als viele Staaten schon existierten haben und weitere entstanden sind. Gewisse Bewertungskriterien für einen Menschen bildeten sich in der Zeit des Kolonialismus, nämlich die Herkunft eines Menschen. Die sogenannte Kolonialmacht beanspruchte gewissermaßen eine Machtposition für sich, über den Kolonialstaat, mit der Begründung einer kulturellen Höherwertigkeit, somit gab es oberflächlich Betrachtet schon eine Vorverurteilung der im besetzten Gebiet lebenden Menschen; in Bezugnahme auf „Heute“ spielt diese Zeit eine wichtige Rolle für die Verteilung von Ressourcen, sei es Kapital oder auch Rohstoffe, und damit Macht und prägt noch immer das kollektive Denken der „westlichen Gesellschaft“; man denke dabei an Rassismus. Durch den Kolonialismus entstand erstmals ein wirklich stark ausgeprägtes (falsches) kollektives Bewusstsein über – ich nenne es einmal ganz frech – „westliche Überlegenheit“ –keine allgemein gültige Bezeichnung; ebenso nicht von mir vertreten- und um gleich bei Kollektiven zu bleiben, diese Zeit, aber auch folgende geschichtliche Ereignisse, bildeten parallel ein kollektives Gedächtnis (siehe: Maurice Halbwachs) bei den „Opfern“, das bis heute Auswirkungen auf die Betrachtung des „Westens“ hat. Das gibt Anstoss zum Weiterdenken, aber das überlasse ich Ihnen und schließe diesen Abschnitt mit einem Zitat ab, das ebenso einen Teil unserer Problematik beschreibt:

„Das kollektive Gedächtnis folgt Rythmen, die kein analytischer Verstand vollstänig erklären kann. Von allen sozialen Strukturen ist es wahrscheinlich am rätselhaftesten.“

Jean Ziegler; Der Hass auf den Westen, Wie sich arme Völker gegen den wirtschaftlichen Weltkrieg wehren; C. Bertelsmann Verlag, München, 2009; S. 27/ Übersetzt aus dem Original: Jean Ziegler, La Haine de l’Occident; Albin Michel, Paris, 2008

In der Neuzeit gab es aber dann eine bahnbrechende und eigentlich der restlichen Entwicklung zuwiderlaufende Gründung eines Rechtsinstitut, das folglich als „Menschenrechte“ bezeichnet wird – um die verfassungsgeschichtliche Erläuterung kurz zu halten und nicht über die Stränge meiner vorgesehenen Textlänge und Ihrer Geduld zu schlagen, lasse ich einiges an Geschichte aus, darüber kann man sich bei Interesse selbst genauer Informieren. Dies ist so ein Netzwerk, das die gesamte Welt umfasst und bildet damit sozusagen schon ein gewisses Fundament für einen grenzenlosen Überstaat, der von Zeit zu Zeit den jetzigen Zustand ablösen könnte. Wobei, wie schön früher am Besipiel der EU erwähnt, müsste auch das Denken der Menschen eine Veränderung erleben; der Rechtsetzungsakt bedarf eines Volkes, der diesen mit seiner ihm natürlich gegebenen Vernunft auch in best möglicher Weise in die Tat umsetzt. 
Hierbei möchte ich wieder auf ein sehr wichtiges Zitat verweisen, das alle Menschen achten sollten:

„Alle Menschen sind frei und gleich an Würde und Rechten geboren. Sie sind mit Vernunft und Gewissen begabt und sollen einander im Geiste der Brüderlichkeit begegnen.“

Artikel 1 der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte vom 10. Dezember 1948

Dieser Satz macht es uns eigentlich leicht verständlich was wir zu tun haben. Er ist zwar rechtlich nicht zwingend, jedoch Teil des Völkerrechts, es ist eine uns übergeordnete Vorgabe, die wir gegebenenfalls in unser Moralverständnis und unsere Werte übernehmen können; und in gewisser Hinsicht auch sollten. Und wir als vernunftbegabte Menschen sollten fähig dazu sein, das auch in die Tat umzusetzen.
Aber hier endet jetzt mein kleiner „Informationsexkurs“ in die Vergangenheit; somit verlassen wir das für manche triste und trockene Land der Geschichte und begeben uns in die „Jetztzeit“.

Wir leben schon lange nicht mehr, wir konsumieren nur noch, und kopieren, was uns vorgelebt wird, durch Medien und Werbung! Teilweise zwanghafte Individualität, was ironischer Weise meist in Gruppierungen endet, Anonymität, wiederum im Widerspruch mit dem starken Bedürfnis nach Aufmerksamkeit, und exzessiver Konsum von Alkohol, Zigaretten und Drogen zeigen schon jetzt was mit unserer heutigen „westlichen“ Gesellschaft in Zukunft passieren könnte, wenn keine Veränderung eintritt – abgesehen von den Umweltschäden die unser aller Lebensstil nach sich zieht. Der Mensch aus Industriestaaten (folglich als „CDC“ bezeichnet [Citizen – Developed Country]; im Gegensatz dazu „CLDC“ [Citizen –  Less Developed Country] – wobei diese Bezeichnung nur einem besseren Verständnis gilt und keine Bewertung von Menschen verfolgt) ist reizüberflutet durch eine Masse von Angeboten aus verschiedensten Sektoren und das bewirkt ebenso, dass dem CDC, wenn er/sie sich die angebotenen Sachen, die durch Medien und Werbung als Standards unserer Gesellschaft propagiert werden, nicht leisten kann, ein Gefühl von Armut oder gar Minderwertigkeit vermittelt wird – ohne wirklich jemals Armut empfunden zu haben – oder dass das für diesen zumindest in einem Unwohlsein endet. Also ist unsere Gesellschaft gewissermaßen zum unglücklich Sein verdammt, was sie permanent versucht zu kompensieren, meist durch weiteren Konsum von materiellen Gütern. Dazu als Vergleich das Verständnis von Wohlstand in einem LDC, das wohl mehr mit einer täglichen Mahlzeit und fließendem Trinkwasser gleichgestellt wird.

Wobei das noch leicht zu regelnde Probleme sind im Gegensatz zur immer weiter fortschreitenden Distanzierung durch den CDC von Menschlichkeit, was sich eigentlich sogar auf die gesamte Menschheit beziehen lässt, doch ist dies beim CDC sicherlich am ausgeprägtesten – ich beziehe mich hier auf einen ethnisch-moralisch gestützten Begriff der Menschlichkeit, weniger auf eine biologische Definition- das ist natürlich wieder Stoff für eine philosophische Diskussion, die ich hier aber nicht weiter behandeln möchte, außer zu sagen dass ich die negativen Seiten des Menschen nicht aus der „Menschlichkeit“ ausschließe, dafür aber umso mehr die ratio, also die Vernunft fordere.
Um einen weiteren Aspekt der gesamten Problematik anzusprechen, fange ich wieder mit einem Zitat an, das analog auf eine der maßgeblichen Ursachen für Distanzierung in der heutigen Zeit angewendet werden kann, auch wenn Rousseau das ursprünglich im Bezug auf eine Nation und nicht ein die ganze Welt umfassende Netzwerk gemeint hat:

„Nun ist in den Beziehungen von Mensch zu Mensch das Schlimmste, was dem einen widerfahren kann, sich der Willkür des andern ausgeliefert zu sehen.“

Jean-Jacques Rousseau; Abhandlung über den Ursprung und die Grundlagen der Ungleichheit unter den Menschen;
Marc-Michel Rey; 1755, Amsterdam; Originaltitel: Discours sur l’origine et les fondements de l’inégalité parmi les hommes

Er spricht mit diesem Satz einen weitgehenden und breit gefächerten Konflikt an, welcher der Lösung unserer Problematik sehr stark im Weg steht. Unsere Neidgesellschaft lebt scheinbar nach dem Grundsätzen des Erstschlags, indem sie permanent Kritik übt, bevor überhaupt gewusst wird, was es zu kritisieren gibt; Ziel dieser Angriffe ist viel zu oft ein erschaffenes Feinbild. Maßgeblicher Produzent dieses mit falschen Informationen und Ideologien aufgeladenen Denkens sind meist Parteien, oder die Medien, die natürlich – somit wären wir beim Kapitalismus – versuchen hohe Einschaltquoten oder Leserzahlen zu erreichen und somit meist einen Fokus bilden, der nicht den ganzen Rahmen beleuchtet sondern nur einen Ausschnitt des Bildes – ich möchte hier keineswegs den Sinn medialerer Berichterstattung anzweifeln oder gar sagen in unserem Land herrsche Zensur. Die Entstehung eines Feindbildes, in Österreich ist das vor allem „der Ausländer“, ist nötig für unseren Zusammenhalt der Gesellschaft, zumindest der westlichen, denn Gemeinsamkeiten positiver Natur kennt man hier nur sehr selten. Worte wie Toleranz und Nächstenliebe sind sowieso schon längst untergegangen und verbannt aus unseren Köpfen, zudem kommt dass schon äußerst massiv gegeneinander, innerhalb einer Nation gearbeitet wird, differenziert in Sozialschichten und klassifiziert durch materielle Besitztümer, natürlich alles vorurteilsfrei, wie die meisten behaupten werden. Dazu kommt noch eine sehr ausgeprägte Faulheit bezüglich politischer Stellungnahme in der/unserer -hoffentlich nicht mehr lange in dieser Form -> Parteiendemokratie  – Demokratie und somit verfehlen eines der Grundsätze derselben. Der öffentliche Diskurs dreht sich heutzutage nur um die Parteien und deren Fehler, weniger um den Staat und seine Zukunft und das trotz solch eines Patriotismus, der in den Köpfen vieler verankert ist, und bewegt sich somit in eine völlig falsche Richtung – davon betroffen die Volkswillensbildung, weil eigentlich kein wirklicher Volkswille existiert. Nationalstolz – der meist unbegründet ist, weil viele nicht einmal bereit sind für ihre Nation einzustehen oder gar für sie über die Grenzen des Durchschnitts zu arbeiten oder zu denken – und permanente gegenseitige Kritik stehen doch irgendwie im Widerspruch, wenn so oft doch die Rede ist von „wir Österreicher“ oder „wir Deutschen“ – wobei mein persönliches Wunschdenken es wie folgt am liebsten sehen würde: WIR MENSCHEN.
Aber wie also soll man es schaffen eine die ganze Welt umfassende Gesellschaft auf diesen Weg zu bringen, wenn es nicht einmal in einem Land intern wirklich möglich ist?
Es ist selbstverständlich, dass die Arbeit nicht mit einer Generation des Umdenkens getan sein wird, sondern eine Entwicklung einsetzen muss, die der jetzigen entgegen läuft. Daher sind die jetzt lebenden Generationen dazu aufgefordert, nein sie sind sogar verpflichtet diese Entwicklung in die Wege zu leiten. Und hierbei gibt es ein ganz wichtiges Schlagwort: UMVERTEILUNG! – wir haben mehr materielle Güter als wir wirklich brauchen!
Wichtig hierbei ist, dass die Menschen wieder ein Vertrauen in sich selbst und ihre Fähigkeiten gewinnen, was zur Folge hat, dass aufgrund von Unsicherheiten entstandener Neid und der kritische Blick auf die Person neben einen zurückgehen, sich nicht mehr abhängig machen von Materialgütern und wieder Lebenslust zurückgewinnen, nicht in Form von Arbeitswahn und/ oder Freude aufgrund von materiellem Gewinn. Wir müssen unser Gewissen bereinigen, indem wir eine Welt schaffen, die frei und zugänglich für jeden ist, und in der jeder Mensch die Möglichkeit hat zu leben. Das sind wir uns selbst schuldig! Bertrand Russel schrieb im Russel- Einstein- Manifest:

„Vor uns liegt, wenn wir richtig wählen, eine stetige Ausweitung von Glück, Wissen und Weisheit. Sollen wir stattdessen den Tod wählen, bloß weil wir unsere Streitereien nicht vergessen können? Wir wenden uns als Menschen an Menschen: Denkt an eure Menschlichkeit vergesst alles andere! Wenn Ihr das vermögt, dann öffnet sich der Weg zu einem neuen Paradies. Könnt Ihr es nicht, dann droht der universelle Tod.“

„There lies before us, if we choose, continual progress in happiness, knowledge, and wisdom. Shall we, instead, choose death, because we cannot forget our quarrels? We appeal as human beings to human beings: Remember your humanity, and forget the rest. If you can do so, the way lies open to a new Paradise; if you cannot, there lies before you the risk of universal death.“

Russel Einstein Manifest, London, 9. Juli 1955

Das letzte Wort überlasse ich euch und euren Köpfen und hoffe dabei inständigst darauf dass wir, Menschen mit individuellen Eigenschaften, dazu Fähig sind als Gemeinschaft zu funktionieren.

Fabian Petschnig

Der Mensch wird ohne Grundsätze, aber mit der Fähigkeit geboren, sie alle in sich aufzunehmen. – Voltaire

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